| Stretch October 2021

Jeremy Wade

Lost at Sea (blood n guts love machine) mit Puddles und Sunny.

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Jeremy Wade wendet eine politisch aufgeladene Form der queeren Science-Fiction an, um die komplexe Gegenwart zu beleuchten. In seiner Show Lost at Sea with Puddles and Sunny porträtiert er einen zerbrochenen einäugigen Vogel von Kabarettsänger namens Puddles the Pelican, der am Ende der Zeit auf einem Kreuzfahrtschiff lebt. Als Überlebender der Ölpest von Deep Horizon kreischt, stöhnt und erzählt Puddles the Pelican Geschichten über Liebe und Verlust, um die Passagier*innen des Kreuzfahrtschiffes wach zu halten, während sie auf einem Meer, das nicht mehr blau ist, sondern in einem verrosteten dunklen Orange strahlt, in die Katastrophe segeln. An Teerbrocken erstickend, schlägt der einst fantastische Vogel um sich: „Once a glorious bird, now covered in oil, which one of you Bitches has a match?”

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Jeremy Wade ist Performer und Choreograf mit einer weitreichenden Praxis im Kuratieren und Unterrichten. Im Jahr 2000 schloss er die School for New Dance Development Amsterdam ab. Für sein Stück Glory, das er im Dance Theater Workshop in New York City präsentierte, erhielt er 2006 einen Bessie Award. Er arbeitet seit vielen Jahren regelmäßig mit dem HAU Hebbel am Ufer in Berlin und mit der Gessnerallee in Zürich zusammen. In seinen letzten Arbeiten erforscht Wade den Tod, Zombie-Subjektivität, merkwürdige Seinszustände und feministische Strategien der Welterzeugung, um soziale Konventionen zu unterwandern, die Körper definieren und unterdrücken. Er ist der Initiator von „The Future Clinic for Critical Care“, einer intersektionellen Plattform, die mit Mitteln der Performance, sozialer Praktiken und soziokultureller Teilhabe chaotische Politiken der Sorge erforscht.

Samstag

20:00 - 21:00 CET